Was ist EMDR?

Warum halten uns manche Ängste, Sorgen oder Stressauslöser so hartnäckig mit ihrem eisernen Griff umfangen? Warum ist es so schwer, sie einfach abzulegen, um ein unbeschwerteres Leben zu führen? Die Antworten liegen in der Art und Weise, wie unser Gehirn funktioniert. Die Lösungen auch …

Wenn wir intensiv Angst einflößende, traumatisierende (Gewalt, Unfälle, Missbrauch, …) oder starken Stress verursachende Situationen erleben, werden die dazugehörenden, emotional geladenen Bilder in den tieferen Regionen unseres Gehirns gespeichert, während gleichzeitig das Sprachzentrum unterdrückt und das sprichwörtliche „sprachlose Entsetzen“ ausgelöst wird. Dieser Vorgang schützt unsere Psyche vor Überlastung im unmittelbaren Erleben, verhindert aber auch später, wenn ausreichend Abstand da ist, dass wir das Geschehene in Worte fassen und verarbeiten können.

Selbst wenn ein schreckliches Ereignis nach Jahren schon vergessen scheint, reichen kleinste Auslöse-Reize (so genannte Trigger – etwa ähnliche Gerüche, Bilder oder Geräusche wie damals), um die tief eingebrannten, unverarbeiteten Erinnerungen mit allen verbundenen Gefühlen wieder wachzurufen. Das Gehirn „schlägt Alarm“, so als wäre die damalige Situation hier und jetzt wieder real vorhanden.

Was in real bedrohlichen Situationen sinnvoll ist, wird im chronischen Fall zur Belastung. Eine ständige, unterschwellige Alarmbereitschaft des Körpers kann zu Albträumen, innerer Unruhe, Schweißausbrüchen und schließlich zu Krankheiten, sozialer Abkapselung und Arbeitsunfähigkeit führen. Die Medizin spricht dann von einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).

Was wir aus dem Schlaf lernen können: Augenbewegungen zur Stressverarbeitung

Wir wissen heute, dass unsere Körperfunktionen selbst im Schlaf nicht ruhen. Vor allem Heil- und Regenerations-Mechanismen sind während des Schlafens höchst aktiv. Aber auch das Gehirn kann nun, in Abwesenheit des Bewusstseins, Eindrücke und Erlebnisse des Tages bewerten, sortieren und verarbeiten. Dies geschieht in der so genannten REM-Phase (Rapid Eye Movement) des Schlafes, die durch schnelle, abrupte Augenbewegungen – von oben nach unten, von einer Seite zur anderen, im Kreis oder diagonal – gekennzeichnet ist.

EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) ist eine in den 1980er-Jahren von Francine Shapiro entwickelte psycho-traumatologische Behandlungsmethode, die den REM-Schlaf simuliert: sie geht davon aus, dass die REM-typischen Augenbewegungen Teil des Verarbeitungsprozesses sind und überträgt sie in den Wachzustand, um Ängste und quälende Erinnerungen bewusst zu bewältigen.

So funktioniert eine EMDR-Therapie

Während der Patient sich ein belastendes Ereignis ins Gedächtnis ruft und die damit verbundenen Eindrücke, Emotionen und Gedanken erneut durchlebt, folgen seine Augen der sich gezielt bewegenden Hand des Therapeuten. Dadurch wird der Verarbeitungsprozess im Gehirn beschleunigt, die schmerzlichen Bilder verblassen allmählich und verlieren ihre Macht über die Psyche.

Das Faszinierende an EMDR ist, dass sie sehr schnell und dauerhaft hilft – oft reichen schon eine oder zwei Therapie-Sitzungen, um sich von den Folgen eines Traumas zu befreien – und auch bei weit zurückreichenden Erlebnissen (z. B. in der Kindheit) funktioniert.

Die Wirksamkeit der EMDR-Behandlung bei posttraumatischen Belastungsstörungen ist international anerkannt und durch eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien belegt. Die genaue Wirkungsweise ist indes noch ungeklärt. Man geht davon aus, dass bestimmte Augenbewegungen, wie sie im EMDR angewandt werden, das Gehirn bilateral stimulieren: Neocortex (Sitz von Vernunft, Verstand und Sprache) und Limbisches System (Sitz der Emotionen) werden synchronisiert, wodurch das Auf- und Verarbeiten von Verdrängtem erst möglich wird.

Dazu kommt, dass die Augenbewegungen sofort entspannend wirken. Die Herzfrequenz sinkt, der Atem wird tiefer. Die beruhigenden Körpersignale gelangen dann genau in der Phase ins Gehirn, wenn die Erinnerung aktiv und offen für Veränderung ist. Entspannung überlagert die Angst. Der Gedächtnis-Inhalt bleibt zwar erhalten, die begleitende Emotion ist jedoch eine andere geworden: Die belastende Geschichte hat sich zu einem Stück Lebensgeschichte verwandelt, das nun angstfrei erinnert werden kann.

EMDR hat den Wert der Augenbewegungen nicht erfunden, sondern wiederentdeckt. Auch archaische Heiltänze in Südost-Asien nutzen diese, um das Gehirn zu aktivieren und somit Schattenanteile des Unbewussten in die Persönlichkeit zu integrieren.

akumotion.a1® und EMDR

Unser Gedächtnis ist veränderbar. Wie die EMDR-Therapie zeigt, sind Erinnerungen keine unveränderlichen Fakten. Werden sie gezielt aktiviert, kann ihr emotionaler Wert korrigiert und so ihr Belastungsgehalt reduziert werden. Wenn Angst die Grundlage jedes Problems ist, wird klar, dass uns die Auflösung von Ängsten für Lösungen und völlig neue Perspektiven im Leben öffnet.

akumotion.a1® geht noch einen Schritt weiter und verzichtet auf das erneute Durchleben traumatischer Ereignisse. Von Anfang an konzentriert sich der Patient auf ein erstrebenswertes Ziel, einen wünschenswerten Soll-Zustand oder einen konstruktiven Glaubenssatz (akumotion.a1®-Gehirncode). Wie ein Sportler hat er dann sein Ziel vor Augen (Gesundheit, harmonische Partnerschaft, Traumberuf, …), während hier die speziellen Augenbewegungen das Gehirn stimulieren und den neuen Fokus im Gedächtnis verankern. Unser Gedächtnis ist also formbar.

Weitere Informationen » akumotion.a1® und akumotion.a1®-Gehirncode

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